Wasser- und Stromverbrauch in der Eisproduktion

Eigentlich wundert es uns ja ein wenig: Beim Autokauf ist die Frage, wie viel Liter Benzin/ Diesel (oder, im Falle kWh) das Auto pro 100 km verbraucht, eine der ersten und wichtigsten Informationen, die die Käufer interessiert - schließlich möchte man doch die Betriebskosten seines zukünftigen Fahrzeugs kennen.

Seltsam also, dass sich - und uns - diese Frage beim Kauf einer neuen Eismaschine (noch) kaum jemand stellt. Dabei ist sie enorm wichtig und wird mit weiter steigenden Wasser- und Strompreisen in den nächsten Jahren noch wichtiger werden.

Heute erklären wir Dir, wie und warum Du mit der richtigen Eismaschine auf Dauer viel Wasser und Strom (und Zeit, dazu unten mehr) sparst. Und im letzten Absatz verraten wir Dir, wie Du mit wenig Aufwand dafür sorgst, dass Deine Eismaschine dauerhaft möglichst wenig Energie verbraucht - wenn Dich also nur dieser Teil interessiert, spring gerne direkt nach unten zum Absatz “Die Rührwerksmesser - rechtzeitig tauschen und Geld sparen”

Warum verbrauchen Eismaschinen überhaupt Wasser und Strom?

Um aus flüssigem Eismix ein schönes, gefrorenes Speiseeis herzustellen, muss dem Eismix mittels einer strombetriebenen Kälteanlage Energie (=Wärme) entzogen werden. Die überschüssige Wärme wiederum muss abgegeben werden.

Bei kleinen Kälteanlagen wird die Wärme oft über eine Luftkühlung direkt an die Raumluft abgegeben. Bei der enormen Kälteleistung von professionellen Eismaschinen ist das energetisch nicht sinnvoll, deswegen nutzt man eine Wasserkühlung: kaltes Wasser wird zugeführt, das als warmes Wasser wieder austritt und die Wärme somit abführt.

Du kannst beeinflussen, wir viel Strom und Wasser Du bei der Eisproduktion verbrauchst

Aus diesem Grund verbraucht eine Eismaschine bei der Herstellung von Speiseeis also Strom und Wasser - wie viel davon, das hängt von mehreren Parametern ab.

Zum einen von der Temperatur des Kühlwassers: Wasser mit 4° C kann deutlich mehr Energie aufnehmen als Wasser mit 18° C, und “kaltes Wasser” ist nicht aus jeder Leistung gleich kalt. Dieser Punkt hängt also vom Standort ab.

Auch der verwendete Eismix hat einen deutlichen Einfluss- je energiereicher der Mix ist, umso mehr Energie muss entzogen werden, um Eis daraus zu machen - und umso höher auch der Strom-/Wasserverbrauch. Dies ist also abhängig von Eurer persönlichen Eisrezeptur.

Ansonsten hängt der Energie- und Wasserverbrauch aber wesentlich von der Eismaschine ab: von der grundsätzlichen Bauart der Eismaschine, der Energieeffizienz und Größe der Eismaschine sowie dem Zustand der Rührwerksmesser bzw. Abschaber.

Horizontaler, vertikaler oder Diagonal-Zylinder?

Es gibt drei grundsätzlich verschiedene Eismaschinen-Systeme: horizontale, vertikale und diagonale Freezer. Carpigiani benutzt ausschließlich horizontale Gefrierzylinder in seinen professionellen Eismaschinen - auch aus Gründen der Energieeffizienz, wie wir gleich sehen werden.

Wenn Dich die technisch-physikalischen Details interessieren, dann lies bitte weiter. Wenn nicht, dann spring bitte direkt zum nächsten Absatz und nimm als Fazit mit: horizontale Eismaschinen sind am energieeffizientesten, Diagonalfreezer verbrauchen am meisten Energie, und vertikale Maschinen liegen beim Energieverbrauch in der Mitte.

Schematische Darstellung horizontaler, vertikaler und diagonaler Freezer

Für die Interessierten unter Euch erklären wir das: Jede Eismaschine verfügt über gekühlte - (Zylinderwand und -boden) und ungekühlte Bereiche (Fronttüre bzw. Auslass). Je mehr Kontaktfläche der flüssige Eismix mit den gekühlten Bereichen hat, umso mehr Kälteleistung kann absolut übertragen werden. Und je näher der flüssige Eismix der gekühlten Wand ist, umso besser kann die Kälte in den Mix übertragen werden. Wir hoffen, das leuchtet so weit ein.

Die Kontaktfläche mit der gekühlten Zylinderwand ist im horizontalen und vertikalen Gefrierzylinder in etwa gleich groß - im horizontalen Gefrierzylinder hat das Eis (siehe Bild) vorne Kontakt mit der ungekühlten Türe der Maschine, aber auch in der Seite moderner, automatischer Vertikal-Zylinder ist ein Auslass, um das fertige Eis zu entnehmen.

Trotzdem hat die horizontale Eismaschine einen Vorteil gegenüber der vertikalen: Der Eismix ist überall relativ nahe an der kalten Zylinderwand, somit wird die Kälte schnell und effizient übertragen. Bei der vertikalen Maschine ist der Mix in der Mitte (siehe Bild) relativ weit von der Wand entfernt, somit ist die Kälteübertragung deutlich langsamer und ineffizienter.

Und der diagonale Zylinder? Verliert diesen Vergleich deutlich, denn durch den schrägen Zylinder hat das Eis eine sehr große Kontaktfläche mit der ungekühlten Türe. Die Kontaktfläche mit der kalten Zylinderwand ist bei einem Horizontal-Zylinder um ca. 15 % größer als bei einem 30° geneigten Zylinder. Entsprechend weniger zeit- und energieeffizient arbeitet der Diagonal-Zylinder. Kompensiert diesen technischen Nachteil mit einem größeren Kompressor, so ist der Diagonalfreezer wieder ähnlich schnell wie eine horizontale, aber der größere Kompressor kostet mehr Geld und verbraucht wieder mehr Energie.

Die Qualität der Eismaschine - oder genauer: der verbauten Komponenten

Nicht alle 150PS-Kombis verbrauchen gleich viel Benzin - und das Modell von 1990 braucht deutlich mehr Kraftstoff als das neue Modell von 2022. Was für das Auto gilt, gilt auch für die Eismaschinen.

Neue, moderne Eismaschinen verbrauchen allgemein deutlich weniger Strom und Wasser als ältere Modelle, denn, ähnlich wie bei den Autos, hat der Energie- und Wasserverbrauch vor 20 Jahren offen gesagt kaum jemanden wirklich interessiert. Klar, Wasser und Strom waren damals deutlich günstiger.

Moderne Eismaschinen - heir die Carpigiani Labotronic HE - werden auf geringen Energieverbrauch optimiert

Heute werden neue, hochwertige Maschinen auf den Energieverbrauch hin optimiert - so steht das “HE” der neuen HE-Serie von Carpigiani nicht umsetzt für “High Efficiency”, denn die Maschinen verbrauchen rund 30 % weniger Strom und Wasser als die Vorgängermodelle.

Erreicht wird das durch neue, effizientere Kühlkomponenten (z.B. Wärmetauscher), bessere Isolierungen und intelligentere Gefrierprogramme.

Die richtige Zylindergröße für Deinen Bedarf

Weiterhin ist die Wahl der richtigen Eismaschinen- bzw. Zylindergröße extrem wichtig - sie darf weder zu klein, noch zu groß für Dich sein, denn beides kostet Dein Geld.

Wenn Du z.B. eine zu kleine Eismaschine kaufst, die pro Zyklus nur 8 kg Eis produziert, aber von jeder Sorte 16 kg brauchst (weil Du beispielsweise mehrere Eisdielen oder Läden belieferst oder nur einmal pro Woche auf Vorrat produzierst), dann musst die kleine Maschine doppelt so oft und lange laufen lassen, wie eine große, für Dich passende Maschine. Das kostet nicht nur viel mehr Wasser und Strom, sondern auch doppelt so viel Zeit - das ist sogar noch deutlich teurer.

Umgekehrt: Du kaufst Dir eine zu große Eismaschine, füllst aber immer nur die Hälfte der möglichen Menge ein. Auch damit verbrauchst Du deutlich mehr Strom und Wasser als nötig, denn Du kühlst ständig einen riesengroßen Zylinder, den Du gar nicht nutzt - und hast zusätzlich mehr Geld für die größere Eismaschine ausgegeben. Das ist ungefähr so sinnvoll, wie ständig mit dem 7,5t-LKW zum Einkaufen zu fahren.

Das ist der Grund, warum eine ehrliche, kompetente Beratung bei der Wahl der richtigen Maschine für Deine persönlichen Bedürfnisse so wichtig ist.

Lass Dich vor dem Kauf beraten - mit der optimalen Größe der Eismaschine sparst Du am Ende viel Geld

Die Rührwerksmesser: Rechtzeitig tauschen und Geld sparen

Der letzte Punkt betrifft alle Eismaschinen, alte wie neue. Auch wenn Du also eine Eismaschine besitzt und nicht vorhast, diese zu tauschen: So hältst Du den Energieverbrauch Deiner Maschine möglichst gering.

Jede Eismaschine nutzt irgendeine Art von “Abstreifer”, “Abschaber” oder “Rührwerksmesser” (jeder nennt sie etwas anders), um den angefrorenen Eismix von der Zylinderwand abzuschaben (daher der Name). Je besser der Zylinder abgeschabt wird, umso schneller arbeitet die Eismaschine, denn sind die Abstreifer abgenutzt, verbleibt eine dünne Eisschicht am Zylinder, die diesen wunderbar isoliert - die Maschine pumpt Kälte in den Zylinder, diese bleibt aber in der Eisschicht “hängen” und gelangt nicht in den Eismix.

Und wieder passiert das, was wir unbedingt verhindern wollen: Der Gefrierzyklus braucht länger, Du verlierst Zeit, die Maschine verbraucht mehr Strom und Kühlwasser. Und nebenbei hat das Eis weniger Volumen (Luftaufschlag) und wird nicht mehr so schön “trocken” wie mit frischen Messern.

Rührwerksmesser - oder "Abstreifer" - beeinflussen den Energieverbrauch Deiner Eismaschine enorm

Und der Unterschied ist enorm: Eine Maschine verbraucht mit abgenutzten Messern bis zu 50 % mehr Zeit, Strom und Wasser als mit neuen, frischen Messern. Auch der Luftaufschlag nimmt ab, das Eis verliert Volumen, und damit steigen die Materialkosten.

Wenn Du also denkst “Das Geld für neue Messer spare ich mir lieber”: Bitte, denk nochmal nach - und dann kauf’ Dir lieber eher neue Abstreifer, das spart Dir viel Zeit und Energie.

Wir empfehlen Dir übrigens ganz dringend, immer nur die (teureren) Original-Abstreifer der Hersteller zu verwenden: Nur diese sind optimal auf die Maschine abgestimmt und holen das Maximum aus Deiner Maschine heraus - während billige(re) Nachahmer-Messer oft sogar einen ungeeigneten Materialmix aufweisen und Deinen Gefrierzylinder auf Dauer beschädigen.

Fazit

Energie - Strom und Wasser - wird immer teurer. Höchste Zeit also, auch diesen Faktor beim Kauf einer neuen Eismaschine zu bedenken.

Und tu Dir selbst einen Gefallen, beherzige unseren Tipp und gönne Dir und Deiner Maschine regelmäßig neue, originale Abstreifer - es lohnt sich!

Ihr Ansprechpartner

Thomas Kumpus - Prokurist / Eismaschinen, Pasteurisierer, Softeismaschinen - Krä Eistechnik
Thomas Kumpus
Prokurist - Carpigiani-Produkte
Telefon: 09421-9961-20
Mail: thomas.kumpus@krae-eistechnik.de

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