Der technische Eisvitrinen-Guide - Teil 2

Nachdem wir uns im ersten Teil unseres großen „Eisvitrinen-Guides“ bereits mit der Wahl der Umluft, der Frage nach dem Bergeis und der Erklärung, warum zwei Verdampfer immer besser sind als einer, beschäftigt haben, geht es hier im zweiten Teil um das richtige Aggregat sowie die Unterschiede zwischen hochwertigen und günstigen Eisvitrinen

Internes oder externes Aggregat?

Das Kälteaggregat einer Eisvitrine sorgt für die Kälte, erzeugt im Gegenzug aber Lärm und Abwärme.

Die eleganteste Variante ist es, das Kälteaggregat der Vitrine extern zu verbauen, z.B. im Keller, im Außenbereich oder auf dem Dach. Lärm und Abwärme des Aggregats werden so vollständig aus dem Verkaufs- bzw. Gastraum verbannt.

Technisch ist das fast immer möglich - bereits die Standard-Aggregate erlauben eine Leitungslänge von bis zu 15 m, auch deutlich weitere Strecken sind mit Spezialaggregaten möglich.

Die Kosten sind allerdings höher: Eine steckerfertige Vitrine - also eine mit internem Aggregat - muss nur aufgestellt und der Strom angesteckt werden. Ein externes Aggregat zu installieren ist deutlich aufwendiger, die Leitungen müssen von Hand verlegt, verlötet und isoliert werden - die Arbeitszeit und das Material kosten Geld.

Trotzdem empfehlen wir, wenn möglich (mehr dazu unten) meist, ein externes Aggregat zu nutzen, denn der Komfort für Gäste und Betreiber ist einfach unbezahlbar - und da eine Vitrine normalerweise eine Lebensdauer zwischen 10 und 20 Jahren hat, amortisiert sich der Aufwand auch problemlos.

Wann macht also überhaupt ein internes Aggregat Sinn?

Einerseits wenn die Vitrine mobil bleiben muss oder nur temporär (z.b. nur im Sommer) an ihrem Platz steht - denn während ein externes Aggregat fest verbaut ist, kann eine Vitrine mit internem Aggregat genauso schnell ab- wie aufgebaut werden.

Zum zweiten muss natürlich ein geeigneter Platz für ein externes Aggregat vorhanden sein - wenn es keine Platzmöglichkeit für ein externes Aggregat gibt (z.B. weil es keinen Keller gibt, aus Lärmschutzgründen oder mitten in einem Einkaufszentrum), dann gibt es eben auch keine Alternative zum internen Aggregat.

Und natürlich gibt es den Fall, dass das verfügbare Budget aktuell „nur“ für die Vitrine ausreicht und nicht mehr für das Verlegen des externen Aggregats - wie viel das genau kostet, ist natürlich individuell und hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Ein kleiner Trost in diesem Fall: Oft kann man ein Aggregat aber auch nachträglich noch ausbauen.

230 V Lichtstrom oder 400 V Starkstrom?

Besonders bei internen Aggregaten stellen sich zwei weitere Fragen: 230 V (Lichtstrom) oder 400V (Starkstrom) sowie Luft- oder Wasserkühlung.

Grundsätzlich gilt: Ein Starkstrom-Aggregat hat eine höhere Leistung, entwickelt aber auch mehr Lärm. Bei externen Aggregaten, die eine höhere Leistung benötigen (denn mit jedem Meter Leitungslänge verliert man etwas Kühlleistung - auch, wenn eine optimale Isolierung hilft, den Verlust zu minimieren) kommt eigentlich nur die Variante mit 400 V Starkstrom in Frage.

Bei internen Aggregaten ist es eine Frage der Größe (eine 12er-Vitrine benötigt weniger Leistung als eine 24er-Vitrine), aber auch der Ingenieurskunst des Herstellers - eine schlau konstruierte Vitrine läuft auch in der 24er-Größe mit einem hochwertigen 230V-Aggregat, schnurrt dabei vergleichsweise leise und benötigt weniger Strom. Das lässt sich gut mit dem PKW-Markt vergleichen: Wo früher für 200 PS noch ein 3-Liter-V6 mit einem Verbrauch von 15l/100km nötig war, schafft das bei den Premiumherstellern heute locker ein 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder bei einem Verbrauch von 6 l/100km.

Luft- oder Wasserkühlung? Oder sogar beides?

Und schließlich bleibt noch die Frage nach der Luft- oder Wasserkühlung - und zwar für interne wie externe Aggregate. Kurz zur Erklärung: Wenn ein Aggregat Kälte (für die Eiskühlung) erzeugt, fällt auf der anderen Seite Abwärme an - und diese muss das Aggregat abtransportieren. Dies geschieht entweder über die Umgebungsluft, oder über Kühlwasser.

Eine Luftkühlung ist zunächst unkompliziert, denn man (ver-)braucht kein Wasser und benötigt natürlich auch kein Zu- und Abwasser. Nachteil: Der Ventilator ist laut (denn die entsprechende Menge Luft will bewegt werden), und die Abluft erwärmt den Raum. Das mag im Frühling und Herbst sogar ganz angenehm sein (und tatsächlich Heizung sparen), im Sommer bei 35 °C dagegen ist es eher lästig - abgesehen davon, dass bei Umgebungstemperaturen über 20 °C die Kühlleistung ab- und der Stromverbrauch zunimmt. Externe Aggregate sind meist luftgekühlt - ist z.B. ein ausreichend dimensionierter, kühler Kellerraum vorhanden, so ist diese Lösung meist ideal.

Eine Wasserkühlung dagegen gibt die Abwärme an das Kühlwasser ab - das ist deutlich leiser (auch wenn man das Aggregat selbst immer noch hört, aber der hochfrequente Ventilator fällt weg) und sorgt auch im Hochsommer für eine hohe, gleichmäßige Kühlleistung. Dafür benötigt man einen Wasserzu- und -ablauf, die Kosten für das Kühlwasser sind höher als bei der Luftkühlung, und aus Umweltschutzgründen ist der Wasserverbrauch sicherlich auch fragwürdig - denn z.B. zum Abspülen dürfen Sie das Kühlwasser nicht mehr verwenden. Es gibt allerdings hier spezielle Lösungen wie eine Wasserrückkühlung (die finanziell allerdings erst bei mehreren wassergekühlten Geräten Sinn ergibt). Auch Brunnenwasser kann zur Kühlung genutzt werden, falls es in ausreichender Menge vorhanden und entsprechend gefiltert wird.

Als letzte Möglichkeit gibt es noch kombinierte Aggregate mit Luft-/Wasserkühlung. In diesem Fall kühlt das Aggregat mit Luft, solange diese kühl genug ist, um eine effiziente Kühlung zu gewährleisten. Ist die Umgebungstemperatur zu warm - und nur dann - schaltet das Aggregat auf Kühlwasser um. Das kann man als „Königslösung“ bezeichnen, weil man nur dann Wasser verbraucht, wenn es wirklich nötig ist, andererseits aber immer eine optimale Kühlleistung hat. Allerdings sind diese Aggregate in der Anschaffung deutlich teurer.

Die Unterschiede zwischen hochwertigen und günstigen Eisvitrinen

Zuletzt kommt nun die Gretchenfrage: Was unterscheidet nun eine hochwertige von einer günstigen, oder genauer gesagt: eine gute von einer schlechten Eisvitrine?

Einige der Punkte haben wir oben schon erwähnt.

Erstens verfügt eine hochwertige Vitrine immer über zwei Verdampfer für maximale Temperaturstabilität, damit das Eis überall in der Vitrine eine gleichmäßige Temperatur und Konsistenz hat. Aber nicht nur die Zahl der Verdampfer ist wichtig - eine gleichmäßige Verteilung der Umluft verlangt hochwertige Lüfter und eine saubere Entwicklung, außerdem werden hochwertige Vitrinen individuell kältetechnisch zertifiziert - so werden eventuelle Schwachstellen aufgedeckt bevor die Vitrine das Werk verlässt.

Zweitens verfügen hochwertige Vitrinen auch über hochwertige Komponenten - insbesondere eine effektive Isolierung und effiziente Aggregate. Die effektive Isolierung verhindert den übermäßigen Kälteverlust (man muss also weniger Nachkühlen), die Aggregate liefern die Kälte möglichst energieeffizient. Im Zusammenspiel dieser beiden Punkte verbraucht eine „gute“ Vitrine wesentlich weniger Energie als eine „schlechte“ Vitrine - und hat folglich auch wesentlich geringere Betriebskosten.

Die verbauten Komponenten sowie die Art der Fertigung wirken sich auch direkt auf die Wartungsfreundlichkeit und Dauerhaltbarkeit der Vitrine aus. Hochwertige Vitrinen haben langlebige Komponenten, und wenn doch einmal etwas defekt ist, sind fast alle Bauteile schnell und einfach zu tauschen. Bei günstigen Modellen sind Komponenten häufig aus Fernost, und diverse Bauteile auch gerne einfach mal verklebt - das kostet zwar weniger als eine aufwendige Verschraubung, ist aber im Falle eines Falles nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand zu tauschen oder zu reparieren.

Und als Letztes schlägt sich natürlich auch die Qualität der äußeren Materialien - Verkleidung, Glas, Edelstahl, Finish - im Preis nieder.

Euer „Schaufenster“ sollte es Euch wert sein!

Wow, wir stellen selbst fest: Dieser Artikel ist ziemlich lang geworden - so lang, dass wir ihn sogar in zwei Teile aufteilen mussten. Und trotzdem konnten wir das Thema nur anreißen.

Was sollte Ihnen das sagen? Ganz einfach: Die Wahl Eurer Eisvitrine - Eures „Schaufensters“ - ist nicht trivial.

Einfache oder doppelte Umluft, internes oder externes Aggregat, Luft- oder Wasserkühlung, dazu die Auswahl des richtigen Designs, das fachmännische Verlegen der Kälteleitungen und die Auswahl des optimalen Herstellers: Die Eisvitrinenberatung ist ein Job für den Spezialisten.

Gerne helfen wir Euch dabei, die optimale Eisvitrine - und die optimale Version - für Euren Betrieb auszuwählen. Macht doch einfach gleich unten einen Termin bei uns aus - wir freuen uns, Euch kennenzulernen!

 

Eure Krä Eistechnik

Ihr Ansprechpartner

Thomas Hillenbrand - Eisvitrinen / Einrichtungen / Laborplanung - Krä Eistechnik
Thomas Hillenbrand
Vitrinen - Einrichtungen - Laborplanungen
Telefon: 09421-9961-30
Mail: thomas.hillenbrand@alois-krae.de

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